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Geschichte

Seit 75 Jahren wird in der Uferstraße Schule gemacht; und das mit Erfolg! Wer hat nicht schon alles die Schule Uferstraße besucht und ist als mehr oder weniger bekannte Persönlichkeit daraus hervorgegangen.

 

 

alangenAuch die Kinderbuchautorin Annette Langen besuchte von 1973 – 1977 die Grundschule Uferstraße / war einst Schülerin der Grundschule Uferstraße. Schon als Kind unternahm sie viele Reisen mit ihrer Familie und hatte als Jugendliche zahlreiche Brieffreunde in aller Welt, die sie auch besuchte. So tauchen viele eigene Reiseerinnerungen in ihren „Felix“-Büchern auf, die bislang in 17 Sprachen übersetzt und von denen bislang weltweit ca. 5 Millionen Exemplare verkauft wurden.

 

Die beiden Kinder der Autorin, Isabel-Marie und Benjamin, geben oft Impulse zu neuen Buchfiguren und so entstehen Kinderbücher, die „echt familienerprobt“ sind, wie beispielsweise „Die Kleine Motzkuh“, „Lilli von der Feuerwehr“ oder „Eine Lokomotive für Benja“. Mehr unter: www.ANNETTELANGEN.de.

 

So interessant wie die Namen der ehemaligen Schülerinnen und Schüler ist aber auch die Geschichte der Schule. Deshalb ein zeitlicher Abriss im Überblick: (Quelle: Hans-Werner Hinrichs)

16.07.1930 Der Rat entscheidet sich mit großer Mehrheit (gegen drei Stimmen) für die Schulbaupläne des Architekten Fähler und bewilligt gleichzeitig die mit 286.000 Mark veranschlagten Baukosten. Er setzt damit den Startschuss für die Errichtung der seinerzeit modernsten Schule des Rhein-Wupper-Kreises. Nach einer Bauzeit von nur 15 Monaten steht der Schulneubau fertig da, „der sowohl nach seiner Lage als auch nach seiner Art zu einem Wahrzeichen der Blütenstadt wird.“ Die Baugeschichte liefert damit einen Knüller besonderer Art, von dem Bauherren heutzutage nur noch träumen können: Die Baukosten betragen auf Heller und Pfennig genau 279.769 Mark und zwei Pfennig, und bleiben damit unter dem Voranschlag von 286.000 Mark. Beim Ausschachten fanden die Bauarbeiter zwei Tongefäße aus der Jungsteinzeit, die heute von unserer Schulleiterin sorgfältig verwahrt werden. Man sieht: Schon vor langer Zeit haben sich Menschen dort wohl gefühlt, wo wir heute mit Spaß und Freude lernen und spielen.

10. 09. 1931 Erster Schultag: Das Kennenlernen des neuen Heimes steht auf dem Stundenplan.fritz hinrichs

1933 Der Leichlinger Heimatforscher Fritz Hinrichs unterrichtete ab 1928 an der Grundschule Uferstraße. In den Jahren 1933 – 1953 war er hier als Rektor tätig.

Einschneidende Veränderungen kündigen sich an. Der Schulbeginn wird auf den 1. Mai verlegt und der wissenschaftliche Unterricht wird zugunsten der körperlichen Ertüchtigung stark beschnitten. Der Eingriff politischer Instanzen in den inneren Schulbetrieb wirkt sich nachteilig und störend für Kinder und Lehrkräfte aus.

1935 Durch die Verpflichtung mehrerer Lehrer zu militärischen Übungen, muss Schichtunterricht eingeführt werden. Mit dem Tag der Mobilmachung werden auch Lehrer zum Kriegsdienst eingezogen. Die dadurch in den Lehrkörper gerissenen Lücken werden teilweise durch Pädagogen, die bereits im Ruhestand sind, wieder aufgefüllt. Auch an dem Schulhaus und der Turnhalle soll der Krieg nicht schonungsvoll vorbeiziehen. Letztere wird zunächst mit Textilien aller Art angefüllt: Spinnstoffsammlung! Auf dem Dachboden des Hauptgebäudes wurden Seidenraupen gezüchtet.

1943/44 Die Turnhalle ist häufig der Schlafraum für deutsche Soldaten. Obwohl der Unterricht weitergeht, darf die Halle nicht mehr benutzt werden. Stroh und Zeltplanen liegen ringsum. Bei einem Angriff auf einen Zug im Leichlinger Bahnhof kommt es am 4. Oktober 1944 zu zahlreichen Toten und Verletzten. Die Turnhalle wird zur Leichenhalle. Unmittelbar nach dem verlorenen Krieg sind zivile Ostarbeiter in der Turnhalle einquartiert.

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Januar 1945 Wenige Monate vor Kriegsende sind die hellen Stimmen spielender Kinder auf dem Schulhof an der Uferstraße verstummt. Die wenigen noch verbliebenen Lehrkräfte unterrichten kleine Kindergruppen in Nebenräumen von Fabriken und Gastwirtschaften und Geschäftshäusern. Als im März das Geschützgrollen der Front näher rückt und alliierte Tiefflieger den Luftraum beherrschen, ist an Unterricht nicht mehr zu denken. Fast ein halbes Jahr stehen die Leichlinger Schulen leer, ruht der Unterricht. Auch das Schulhaus erleidet schwere Schäden. In der letzten Phase des Krieges ist in den Klassenzimmern und Diensträumen zunächst eine Waffenschule der Wehrmacht untergebracht. Nach Kriegsende werden in die Räume der Schule ausländische Zivilarbeiter einquartiert. Die sind natürlich nicht sehr zimperlich und verheizen den größten Teil des Mobiliars als Brennmaterial. Die Lehr- und Lernmittel werden vernichtet.

10.08.1945 Der erste Nachkriegs-Schulunterricht findet für evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler in der Schule Kirchstraße statt.

Dezember 1945 Nachdem die schwersten Schäden im Schulgebäude Uferstraße beseitigt sind, können im Dezember wieder zwei Klassenräume bezogen werden.

Januar 1946 Im Schulhaus Uferstraße wird der Unterricht in sechs Klassen neu aufgenommen.

1947 Als Retter in der Not tritt der Schulverein, der sich bereits 1929 gegründet hatte , wieder in Aktion. Neben Schulfeiern, -festen und Vortragsabenden hilft er auch die Lehrmittelsammlung der Schule wieder aufzubauen.

1948 Ständig wachsende Schülerzahlen lassen die Schule in Raumnot geraten. Die Stadt sieht sich gezwungen, im Schulhaus Förstchen zunächst zwei, später sogar vier Klassen der Schule Uferstraße unterzubringen.

Frühjahr 1953 Rektor Fritz Hinrichs tritt nach 43 Dienstjahren – davon 22 Jahre als Leiter der Schule Uferstraße – in den Ruhestand.

18.09.1953 Als sein Nachfolger übernimmt Hans Hagmann (bis 1972) die Leitung der Schule.altebremer1

1956 Der sprunghafte Anstieg der Einwohnerzahl ist auf den Zustrom mehrerer tausend Vertriebene und Flüchtlinge aus den ehemals deutschen Ostgebieten zurückzuführen, die in Leichlingen eine neue Heimat finden. Die Raumnot spitzt sich weiterhin dramatisch zu.

1960/1963 Die Schülerzahlen steigen von 617 in 1960 auf 648 in 1963. Lehrer Hagmann spricht wegen der unhaltbaren Verhältnisse an der Uferstraße die Bitte aus, die Volksschule Uferstraße zu teilen und sie zwei verantwortlichen Leitern zu unterstellen.

1963 Der Stadtrat beschließt die Schule Uferstraße in zwei selbstständige Schulen (Schule Uferstraße und spätere Grundschule Büscherhof) zu teilen.

Juni 1963 Der Stadtrat spricht sich dafür aus, die Architekten Sauerzapf und Natow zu beauftragen, auf dem Gelände Cremers Weiden eine 13-klassige Volksschule mit Turnhalle und eine dreiklassige Sonderschule zu errichten.

Juli 1963 Auf Empfehlung des Schulausschusses beschließt der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt darüber hinaus eine holländische Firma mit dem Bau eines aus zwei Klassenräumen und einer Eingangshalle bestehenden Schulpavillons für das Gelände an der Uferstraße zu beauftragen.

9. Dezember 1963 Der Schulpavillon, der auf dem Spielwiesen- und Gartengelände der Schule Uferstraße seinen Platz findet, wird seiner Bestimmung übergeben.

21. Mai 1966 Die neue Volksschule Büscherhof wird eingeweiht. Die Raumnot der Schulen Uferstraße I und II haben - zunächst - ein Ende.

1967 Die Schule Uferstraße hat die Funktion einer Stammschule für das 1. bis 6. Schuljahr, die Klassen 7 und 8 werden im Gebäude des heutigen Kindergartens Förstchen unterrichtet. Als die Schule 1968 in eine Gemeinschaftsgrundschule umgewandelt wird, wandern die Kinder des 5. und 6. Schuljahres zur Hauptschule, die Außenstelle Förstchen wird geschlossen.

1970 Auf Initiative von Rektor Hans Hagmann wird an der Schule Uferstraße die erste Klasse für Kinder ausländischer Mitbürger eingerichtet - eine Griechenklasse. Diese und eine weitere Griechenklasse sollen weit über zehn Jahre lang ihren erfolgreichen Bestand an der Schule feiern können.

1972 Rektor Hans Hagmann tritt in den Ruhestand.

1973 Wolfgang Runde wird zum Rektor der Gemeinschaftsgrundschule Uferstraße ernannt und behält diese Funktion 17 Jahre inne.

Februar 1990 Dagmar Vink übernimmt als erste Frau die Leitung der Gemeinschaftsgrundschule Uferstraße. Ständig wachsende Schülerzahlen lassen die Schule wieder einmal in Raumnot geraten.

2001/2002 Diskussionen im Schul- sowie Bauausschuss führen zu dem Ergebnis, dass für die Gemeinschaftsgrundschule Uferstraße ein Erweiterungsbau fällig ist. Die Entwürfe des Leichlinger Architekturbüros Monshausen, das mit dem Ausbau beauftragt werden soll, sehen einen zweigeschossigen Neubautrakt mit vier Räumen an der nördlichen Schulhof-Mauer (Richtung Uferstraße) vor. Im Erdgeschoss ist er durch einen überdachten Gang, oben durch eine Brücke mit dem Altbau verbunden. Kalkulierte Kosten: 820.000 Euro.

September 2003 Der langersehnte Anbau ist fertig. Die viele Arbeit wird bei einem schönen Einweihungsfest rasch nebensächlich. Schulkinder, Lehrkräfte und Eltern, Handwerker, Architekt und Verwaltung sind sehr zufrieden, vier großzügige moderne Klassenräume ihrer Bestimmung zu übergeben. "Ganz nebenbei" sind noch ein kleines Archiv für die vielen Akten (Verwahrfristen bis 50 Jahre) und ein von außen zugänglicher Raum für unseren Schulverein entstanden. Dort werden die vielen Utensilien für die zahlreichen Feste und Feiern gelagert. Die vier neuen Klassenzimmer sind hell und freundlich, wunderbar groß und auch technisch zeitgemäß.