Die Förderung des Sozialverhaltens ist durchgängiger Bestandteil der täglichen Unterrichts- und Erziehungsarbeit und wird darüber hinaus gezielt thematisiert, z.B. durch den Einsatz des "Faustloskoffers".

 

In diesem Projekt lernen die Kinder, dass überall dort wo Menschen zusammen leben, Konflikte entstehen können, die zu erkennen, zu ertragen und friedlich zu lösen sind.

 

Oft entstehen bei kooperativem Handeln Konflikte zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen der anderen. Daher ist es pädagogisch konsequent, dass die Kinder auch den Umgang mit Konflikten lernen. Zunächst geht es dabei um den Umgang in einer konkreten Situation (Konfliktlösung), des Weiteren aber auch um Absprachen für die künftige Zusammenarbeit (Konfliktvermeidung).

 

Für die Lösung von Konflikten gelten an der GGS Uferstraße gemeinsam getroffene Vereinbarungen. Diese Vereinbarungen orientieren sich an dem pädagogischen Grundsatz, dass Störungen sofort behoben werden sollen, damit ein erfolgreiches Lernen und Zusammenarbeiten möglich ist. Bei Streitigkeiten in der Pause versuchen die Kinder zunächst, entsprechend der erlernten Regeln des "Faustlos"-Projektes, den Streit selbstständig zu lösen. Erst danach – sofern notwendig – wenden sie sich an die Aufsicht führende Lehrperson, um die Ausweitung des Streites zu verhindern. Die Aufsicht führende Person gibt den Kindern geeignete Impulse zur Konfliktlösung. Lässt sich der Konflikt trotzdem nicht beenden, schickt die Lehrperson die Konfliktparteien zum Lehrerzimmer zu ihrem/n Klassenlehrer/innen, die dann im gemeinsamen Gespräch eine Lösung herbeiführen.

 

Bezüglich der Konfliktvermeidung ist die Einbeziehung der Kinder in die Einführung und Handhabung von Regeln (Klassenregeln, Hausordnung) entscheidend. Das gemeinsame Suchen, Aufschreiben, Vereinbaren und Einhalten von Regeln ermöglicht es, Konfliktsituationen schon im Vorfeld zu vermeiden. Somit dienen die Vereinbarungen sowohl zur Konfliktlösung als auch zur Konfliktvermeidung dem friedlichen und respektvollen Handeln aller miteinander.

 

An der Gemeinschaftsgrundschule Uferstraße arbeiten Eltern und Lehrer konstruktiv und vertrauensvoll zusammen. Dazu gehört auch, dass Konflikte oder Bechwerden offen angesprochen werden und die Konfliktpartner gemeinsam nach Lösungen suchen. Damit lösungsoreintierte Einstellungen zu Konflikten entstehen und konfliktlösende Gespräche gelingen können, vereinbaren Eltern und Lehrkräfte der Grundschule Uferstraße in einem Leitfaden folgende Regeln der Konfliktbearbeitung. Alle Beteiligten gehen verlässlich nach dieser Vereinbarung vor.

Leitfaden für den Umgang mit Konflikten zwischen Eltern und Lehrpersonen:

  • Liegt ein Konflikt vor, bewerten Sie sachlich, welchen Schweregrad er hat. Prüfen Sie ehrlich und sachlich, ob sich eine Konfliktaustragung tatsächlich lohnt.
  • Haben Sie erkannt, dass ein ernsthaftes Problem vorliegt, suchen Sie den direkten Gesprächskontakt mit dem Konfliktpartner. Vom Gespräch wird ein Ergebnisprotokoll gefertigt.
  • Findet sich in diesem Gespräch keine Lösung oder akzeptieren die Beteiligten den Lösungsvorschlag nicht, wird die Gesprächsrunde um die Schulleiterin und ggf. die/den Klassenlehrerin/Klassenlehrer erweitert. Beide Seiten können unter der Moderation der Schulleiterin nochmals den Konflikt darstellen und sich auf eine Lösung einigen.
  • Getroffene Vereinbarungen werden schriftlich festgehalten. Der Lösungserfolg wird zu einem gemeinsam festgelegten Zeitpunkt nochmals gemeinsam überprüft.
  • Führen alle schulinternen Lösungsversuche nicht zum Erfolg, ist die zuständige Schulaufsichtsbehörde (ggf. der Schulpsychologische Beratungsdienst) einzuschalten.